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Zwischen Tradition und Moderne

Regensburg- Tradition und Gegenwart auf dem Weg in die Zukunft

Regensburg - Tradition und Gegenwart auf dem Weg in die Zukunft

Im Jahr 1995 feierte die Stadt Regensburg ein besonderes Jubiläum:
Mit dem Edikt von Pavia hat Kaiser Friedrich II. am 10. November 1245
Regensburg die Stadtfreiheit verliehen.
Damals, vor 750 Jahren, erhielt die Bürgerschaft erstmals eigene Rechte und Freiheiten.
Das war die Grundvoraussetzung dafür, eine eigene Politik zu gestalten,
ausgerichtet auf das Wohl der Stadt und ihrer Gesellschaft.
Als dieses geschichtliche Ereignis erfolgte, war Regensburg - neben Köln die
einwohnerreichste Stadt in Deutschland - schon eine betagte Stadt.
Steinerne Zeitzeugen dafür sind ausreichend vorhanden.

Da gibt es Siedlungsspuren aus dem 5. Jahrhundert v.Chr.,
auf die sich die keltische Ortsbezeichnung "Radaspona" beziehen soll.
Und später, in der Zeit, als nach den verheerenden Markomannenkriegen hier
am nördlichsten Punkt der Donau die Römer ihre Stellung bezogen,
entstand das Legionslager "Castra Regina".

Die Gründungstafel wurde im Jahre 179 gemeißelt.
Sie ist erhalten geblieben und heute ein Ausstellungsstück der Städtischen Museen.
In jenen Tagen war Marcus Aurelius Kaiser des römischen Reiches.

Jahrhunderte später wird Regensburg Hauptort der bayerischen Herzöge,
Bischofssitz und Pfalz der Karolinger.
In den Mauern und vor den Toren erheben sich mächtige Reichsabteien.

Neben Adel und Geistlichkeit macht sich seit der Jahrtausendwende mehr und mehr
eine neue Schicht bemerkbar, das patrizische Bürgertum.
Im Fernhandel wohlhabend geworden, strebt diese zwar zahlenmäßig innerhalb der
Bevölkerung nur kleine, jedoch einflussreiche Gruppe nach politischer Unabhängigkeit
in der großen reichspolitischen Konstellation.
Das Pergament von Pavia gewährt die "Reichsfreiheit" und die Bürgerschaft von
Regensburg hatte fortan keinen anderen Herrn mehr über sich als den Kaiser.

Bis zum Jahre 1803. Ab diesem Zeitpunkt war die traditionelle Rolle von Regensburg
als bayerische Hauptstadt ausgespielt.
Dem Königreich Bayern eingegliedert, fiel die Stadt in eine Art Dornröschenschlaf.

Rückschauend betrachtet, hat diese Stagnation auch ihre gute Seite gehabt:
Die alte freie Reichsstadt erhielt sich im wesentlichen ihr in zwei Jahrtausenden
gewachsenes Bild als mittelalterliche Großstadt.

Darum ist Regensburg ein Sinnbild für deutsche und europäische Geschichte,
- Geschichte, die nicht in Lehrbüchern verstaubt, sondern einen beim Gang durch
die Altstadt auf Schritt und Tritt begleitet.


 Regensburg ist zwar eine sehr alte, aber im Herzen jung gebliebene Stadt...


Regensburg ist zwar eine sehr alte, aber im Herzen jung gebliebene Stadt.
Es gibt keine vergleichbare Stadt in Deutschland, in welcher Vergangenheit
und
Gegenwart in so zwanglosem Miteinander den Weg in die Zukunft beschreiten.
Als das Zentrum von Ostbayern mit über 140 000 Einwohnern ist Regensburg
heute eine Universitätsstadt mit rund 25 000 Studenten.
Es gibt zwölf Fakultäten mit insgesamt 54 Studienfächern sowie Fachhochschulen.
Zudem ist Regensburg ein moderner Wirtschaftsstandort mit einer gesunden
Mischung von Klein-, Mittel- und Großbetrieben, grundsätzlich mittelstandsorientiert.

Verschont von Kriegszerstörungen ist in der Altstadt deshalb noch der Atem
von zwei Jahrtausenden zu spüren.

Die Römer haben hier ihre Spuren hinterlassen und bereits lange vor ihnen die Kelten.
Der gotische Dom ist nicht weniger berühmt als der Chor der Domspatzen.

Und über die Donau hinweg schwingt sich seit neun Jahrhunderten die Steinerne Brücke,

einst als Weltwunder bestaunt.
Sechs Jahrhunderte war Regensburg Freie Reichsstadt.

Im Alten Rathaus versammelten sich die deutschen Fürsten zum
"Immerwährenden Reichsstag",
dem Anfang eines deutschen,
eigentlich des ersten europäischen Parlaments.

Die noch immer in Regensburg ansässigen Fürsten von Thurn und Taxis waren

des Kaisers ständige Vertreter.
Das große historische Erbe ist nicht nur ein Geschenk, sondern zugleich aucheine Verpflichtung,
der sich die Regensburgerinnen und Regensburger nicht entzogen haben.
Seit Jahrzehnten wird in der Stadt beispielhaft alte Bausubstanz erhalten, restauriert, saniert.
Dies alles unter dem Aspekt, kein Museum zu schaffen, sondern eine Altstadt,
in der es sich leben läßt.Regensburg hat die größte zusammenhängende
mittelalterliche Innenstadt Deutschlands.
Hier haben viele Menschen ihre Wohnung - und es werden immer mehr.
Durch die Verkehrsberuhigung ist die City attraktiv für Familien mit Kindern,
aber auch Einkaufslustige kommen zu ihrem Recht.

Die Altstadt braucht Wirtschaftskraft, denn sie ist von fundamentaler
Bedeutung für die Sicherung der Zukunft.

Eine Stadt wie Regensburg kann natürlich nicht nur von ihrer großen Vergangenheit leben.
Deshalb haben bislang alle politischen Bemühungen stets in die Richtung gezielt,
stabile und krisensichere Unternehmen anzusiedeln.
Namen wie Siemens, AEG, BMW und Toshiba sind Beispiel dafür.
Die vergleichsweise stabile Wirtschaftslage ist ausschlaggebend dafür,
dass Regensburg heute zu den prosperierenden Regionen Bayerns zählt.
Fast 2 500 Menschen kommen jährlich neu in die Stadt.

Zahlreiche neue Wohnviertel sind entstanden.
Auch in Zukunft gehört die Schaffung von Wohnraum zu den dringlichen Aufgaben,
ebenso die Sicherung der Arbeitsplätze.

In Regensburg gibt es 105 000 Arbeitsplätze und täglich pendeln etwa
54.000 Menschen zu ihrem Arbeits- oder Ausbildungsplatz.
Dies erfordert Maßnahmen und Investitionen in allen Bereichen der regionalen
Infrastruktur, obwohl die Mittel der öffentlichen Hand von Jahr zu Jahr
knapper werden, vielfach sogar bereits versiegt sind.

Trotzdem darf eine Stadt mit so reicher Vergangenheit wie Regensburg
nicht nur die Gegenwart gestalten, sondern muß voll Verantwortung und
doch visionär in die Zukunft schauen.
Vielleicht können das aber die Regensburgerinnen und Regensburger angesichts
ihrer Verwurzelung in der Geschichte und der stabilen Infrastruktur der Gegenwart
wesentlich ruhiger und gelassener tun als andere.

(Quelle: www.regensburg.de)

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